Instrumentalisiert …

Carmilla DeWinter

… kommt sich eine gelegentlich vor, wenn die eigene Minderheit mal wieder als Beweis dafür dienen soll, was mit queeren Bewegungen im Besonderen und der Gesellschaft im Allgemeinen nicht stimmt.

SW Testbild Als die Welt noch einfacher war: Schwarz/Weiß-Testbild

Feddersen war es, der in der taz über sämtliche Wörter herzog, deren Einführung nach 2000 datiert. Gleich im Titel bezeichnet er das Buchstabensuppenkürzel (LSBTTIQAPetc.) als „breitgetretenen Quark“. (Wer den teilweise beleidigenden Unfug komplett lesen will, benutze eine Suchmaschine.)

Nun mag dieses Buchstabenkürzel vom LSBTTIQAPetc. nicht unbedingt handlich sein, und manchmal eine Gemeinschaft vorspiegeln, die es so nicht gibt, oder besser gesagt, bei der es sich eher um eine Zwangsgemeinschaft handelt. Aber wir alle haben eine Gemeinsamkeit: Wir stören die Leute dabei, sich ihre Welt eindeutig in männlich und weiblich, „normal“ und „unnormal“ zurechtlügen zu können. Daher möchten wir bitteschön zu Hause bleiben, uns was schämen und bloß nicht darüber reden, dass alles ein…

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Linkspämmchen: CSD Demoparaden

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Der CSD Berlin nähert sich mit großen Schritten, und Stuttgart ist auch nicht mehr weit hin.

tCSD 2013 schild2

Ich copy-paste mal meinen eigenen Erguss von der Vereinsseite:

Zur Erinnerung: Treffpunkt für Berlin ist am Samstag, 22. Juli um 11:15 Uhr vor der Botschaft der Republik Ecuador, Joachimsthaler Straße 10-12. U-Bahn-Station Kurfürstendamm, Ausgang Joachimsthaler Straße.

Sollte wer in Stuttgart dabei sein wollen, pingt uns bitte über unser Kontaktformular an. Dort geht’s am 29. Juli ab 14 Uhr mit der Aufstellung los.

Für alle, die noch nie bei so etwas dabeiwaren, einige Hinweise.

  1. Es dauert. Ihr wartet mindestens eine Stunde, bis es losgeht, und dann müsst ihr eher drei statt einer Stunde laufen. (Offiziell laufen wir um 12:30 los und treffen frühestens um 14 Uhr auf der Partymeile ein.
  2. Toiletten sind Mangelware.
  3. Bringt ausreichend Getränke und Snacks mit. Wir haben einen Handwagen, um solcherlei zu transportieren.
  4. Wenn ihr asexy Accessoires habt, bringt sie mit. Egal, ob bettlakengroße Flagge oder winziger Pin, Hauptsache schwar-grau-weiß-lila.
  5. Beachtet das Wetter: Je nach Vorhersage und Himmel am betreffenden Tag: Vorher mit ausreichend Sonnencreme einschmieren. Empfindliche Personen tragen am besten eine Kopfbedeckung, denn Schatten bekommt ihr unterwegs wenig. Bei Regen: Schirm und/oder passende Jacke. (Für Brillenträger*innen ist auch hier ein Hut echt Gold wert.)

 

Eine Welt, in der es keine Worte gibt …

Schamlose Beinahe-Eigenwerbung 🙂

Nixblix´ simple Sicht der Dinge

Rezension von Carmilla DeWinters „Albenzauber“ (Erschienen 2017 im Selbstverlag; bestellbar unter anderem über die Autorin selbst).

Cover Printausgabe Cover: Irene Repp. http://daylinart.webnode.com/ Bildrechte: (c) Falcona – shutterstock.com.

333 Seiten mit einer geradlinigen Handlung, die nicht zuletzt aufgrund ihres Spiels mit Stereotypen[1], ihrer tiefgründigen und glaubwürdigen Charaktere und der komplexen Welt zu faszinieren weiß. An dieser Stelle gebe ich euch einen knappen Einblick, um mich anschließend mit einem zentralen Anliegen des Romans zu befassen – quasi dem Hauptplot, der interessanterweise beinahe als Nebenplot getarnt ist.

Zur Handlung[2]:

Das Grundgerüst bildet das Streben des jungen Alben Cirrus Salvan, irgendwann in seine Heimat, das Valtacité, zurückzukehren und seinen rechtmäßigen Platz auf dem Thron einzunehmen. Im Säuglingsalter entging er dem sicheren Tod nur, weil sein Kindermädchen Nives, eine schwach mit der Gabe der Weissagung gesegnete Albin, mit ihm über die Grenze des Albenreichs zu den Menschen floh. Seine Eltern und sein älterer Bruder dagegen…

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Looking for Asexual Agenda contributors

Nichts für mich (sieht eins ja an der Frequenz der Updates hier), aber vielleicht für wen anderes?

The Asexual Agenda

The Asexual Agenda is a blog written by ace-spectrum people, for ace-spectrum people, seeking to go beyond what we see in mainstream news. We talk about personal experiences, relationships, language, intersectionality, activism, media, and more. We also serve as a portal for the asexual blogging community.

We are now seeking new contributors!

What it involves:

Our writers have a lot of freedom to choose their own topics and frequency of blogging.  We do not impose any requirements on how often you must write.  There is a small amount of e-mail correspondence to take care of administrative details, discuss topics, and give each other constructive feedback.

You do not need experience with WordPress, as we will gladly teach you.

How to apply:

To apply, please e-mail us at asexualagenda@gmail.com by June 5th. Briefly (in ~100 words) tell us about yourself, and why you’d like…

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How I Recommend Getting Access to Ace Fiction

Wie komme ich an Fiktion mit a_sexuellen Figuren? Sara K. hat ein paar Antworten auf Englisch – inklusive warum mensch Amazon umgehen sollte. Ein Vorschlag für ein Anschreiben an Büchereien ist auch dabei.
Und Eigenwerbung: Mein neuestes Erzeugnis (genannt Albenzauber) kann ebenfalls für die Onleihe der deutschen öffentlichen Bibliotheken erworben werden.

The Notes Which Do Not Fit

In the past half-year or so, I ended up reading and reviewing a lot of ace fiction. Obviously, I had to gain access to it, and unsurprising, I now have Thoughts About How to Access Ace Fiction.

Generally, I recommend two methods of gaining access to ace fiction:

1) Borrowing ace fiction from libraries
2) Buying ace fiction

A method which I strongly discourage is piracy. It denies writers and publishers the income they have earned (libraries at least make some payment towards writers/publishers). First of all, it’s unfair. Second of all, writers/publishers not getting paid = less incentive to write/publish ace fiction.

A method which I neither encourage nor discourage is seeking review copies. Some writers and/or publishers are willing to formally or informally offer free copies in exchange for reviews. Since I have never tried to use this method, I cannot offer much advice.

Anyway, to my recommended…

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Warum muss es ausgerechnet die Raupe sein?

Ich habe gerade die lesbische Edition der Wunderlandgeschichte gelesen („Der Fluch der Herzkönigin“, Serena C. Evans), und nun kommt hier also eine andere Ausgabe mit einem Ace im Ärmel daher. Aber auch sonst lesenswert, denn in dem Text stecken zahlreiche kluge Gedanken.

Nixblix´ simple Sicht der Dinge

„Alice vs. Wunderland – Eine Pubertäts-Dramödie“ (Christian von Aster) – Eine etwas andere Rezension

Da lauscht eins neben den Zeichenarbeiten genussvoll der „ziemlich sehr freien“ Aster´schen Interpretation von Lewis´ Carrols Stoff, bloß, um bei der Nennung des Titels von Kapitel vier, „in dem Alice kein Netz hat, darum Peggy nicht erreicht, und vor allem deswegen Bekanntschaft mit einem Raupentier ohne nennenswertes Liebesleben macht“, aufzuhorchen. Das Sichtbarkeitsmonster in mir fragt sich jetzt, ob Letzteres nur erwähnt wird, um es einmal erwähnt zu haben – denn nennenswert scheint es ja nicht zu sein und eins ist mit dem sympathischen, wenn auch ein wenig in Schräglage hängenden, Humor des Autors bereits bekannt geworden – oder hat sich hier doch tatsächlich ein Ass[1] versteckt? Da das Hörbuch ohnehin weiterplätschert, werde ich es entweder erfahren oder, was wahrscheinlicher ist, feststellen, dass mein Wunschdenken mit mir durchgeht. Mitnichten.

Es folgt, im Anschluss an eine knapp gehaltene…

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Leseprobe: Albenzauber

Endlich da: einmal deutschsprachige Fantasy mit zwei Aces in den Hauptrollen. *freu* Hier zunächst die Leseprobe, bis Amazon sich berappelt hat.

Carmilla DeWinter

Albenzauber 640pt Vorhin habe ich auf das Knöpfchen bei Amazon gedrückt, und die Printausgabe ist seit gestern Abend genehmigt. Höchste Zeit also für eine Leseprobe von Albenzauber.

Albenzauber enthält: eine Kinderfrau und ihren Prinzen im Exil, eine ebenso machtgeile wie schöne Königin, eine*n abenteuerlustige*n Magier*in mit weiblichen Pronomen sowie echte und gedankliche Gefängniszellen. Außerdem das „Aces sind immun“-Trope.

Die Links folgen, sobald das Teil bei den entsprechenden Anbietern gelistet ist.

Lang, daher mit Break:

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Textkritik: Rosarot

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Über Bookrix bzw. Amazon stolperte ich über eine Kurzgeschichte, die mit „asexuell“ vertaggt ist: „Rosarot“ von Marie Chaos.

ROSAROT

Worum geht’s?

Ein sexuell unerfahrener Mann hat eine geheimnisvolle und erotische Begegnung mit einem Fremden auf einem Friedhof, die sein Leben durcheinander wirbelt.

Das sagt meine innere Lektorin:

Die Autorin hat ein etwas schräges Verhältnis zu Absätzen in Dialogen. Der Anfang kommt ein bisschen langsam in Fahrt. Ansonsten eine nett konstruierte Geschichte, deren Happy End nicht komplett vorhersagbar ist, deren Glaubwürdigkeit aber am unten genannten Problem krankt.

Das sagt die asexy Besserwisserin:

Bingo! Volles Fettnäpfchen.

Achim (…) war ein ganz und gar asexueller Mensch.

Nie war er ein in Versuchung gekommen, Hand an sich selbst zu legen, einfach, weil er nie einen sexuellen Drang verspürte. Natürlich hatte er in der Pubertät auch mal (…) geküsst (…)

Aber nichts geschah. Kein atemloses Verlangen, kein Wunsch auf mehr (…)

Mag sein. Üblicherweise funktionieren die Teile bei a_sexuellen Menschen mit Penis durchaus, aber das heißt nicht, dass sie auch gern benutzt werden, oder dass beim Masturbieren sexuelle Phantasien entstehen: Feine, aber wichtige Unterschiede.

Auch, dass sich eine solche Person nicht als defizitär oder wenigstens einsam empfindet – unwahrscheinlich, aber es soll solche Geister geben.

Unterschätzen Sie nie das Phänomen des Gruppenzwangs und der Vorstellung von Normalität: Eine a_sexuelle Person stellt irgendwann fest, dass der Rest der Welt sie merkwürdig findet und sie auf ihre Andersartigkeit angespricht. Menschen, die das Wort „asexuell“ kennen und für sich anwenden, sind meiner Erfahrung nach tendenziell froh, das Wort zu kennen, weil sie sich vorher sehr allein gefühlt haben.

Dass nun selbiger aromantische (?), asexuelle und nicht-libidonöse Achim, der total relaxt mit seinem Minderheitenstatus umgeht, sich auf Sex mit einem Unbekannten einlässt, der ihn bei Abenddämmerung auf dem Friedhof stalkt? Nachdem Achim zum ersten Mal in seinem Leben überhaupt sexuelle Erregung empfunden hat?

Klingt manchen vielleicht sexy, ist aber genauso glaubwürdig wie glitzernde Vampire und deren Seelenverwandtschaften, also gar nicht.

Asexualität funktioniert nicht so. Demisexualität funktioniert nicht so.

Dass die Story trotzdem einige begeisterte Leserinnen gefunden hat, spricht dafür, dass diejenigen keine Ahnung haben, wie oberflächlich die Autorin offenbar recherchiert hat. Persönlich finde ich es dann immer noch schlecht, dass solche miesen Darstellungen nicht nur unglaubwürdig sind, sondern auch politisch negative Auswirkungen haben können.

Beweise:

Erstens hatte sie keine Bedenken, in das Bingofeld von „Du hattest eben noch nie Sex mit mir“ zu stolpern und daraus eine komplette Story zu stricken. (Das passiert auch nur Nicht-Aces, und das viel zu häufig.)

Zweitens: „Ganz und gar asexuell“ ergibt nur für Uneingeweihte Sinn. Tatsächlich etabliert diese Phrase eine Art Hierarchie, gegen die sich die Community mit Händen und Füßen wehrt. Nicht umsonst haben wir Wörter wie „aromantisch“ und „nicht-libodonös“ und so was. Weil das sehr viel präziser ist als „ganz und gar“, und weil nicht viele in allen drei Kategorien gleichzeitig auf dem Nullpunkt hängen.

Wenn wir Pech haben, nimmt jemand also die Beschreibung für bare Münze und glaubt dann einer echten a_sexuellen Person nicht, weil die halt zufällig eine Libido hat, oder sexuelle Erfahrungen oder oder oder … Nicht, dass wir nicht schon sowieso mit Unglauben zu kämpfen haben. Siehe Bingo.

Einziger Trost: Achim fühlt sich nicht nur nicht-defizitär, sondern wird auch als solches dargestellt. (Wieder ein feiner Unterschied.)

Anders wär’s auch und meiner Ansicht nach besser gegangen.

 

Vortrag in Frankfurt

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(Crosspost mit aktivista.net und carmilladewinter.com)tCSD 2013 schild2

Ich werde am Dienstag, den 24. Januar, in Frankfurt am Main zu Gast sein.

Geplant ist ein Vortrag über „Asexualität und das a_sexuelle Spektrum: Vom Versuch, die Vielfalt einer Abwesenheit sichtbar zu machen“ im Rahmen der Queeren Ringvorlesung. Ich werde zunächst darauf eingehen, was A_sexualität ist, ein paar Vokabeln und die zugehörigen Spektren erörtern. Danach plane ich, von den Vorurteilen auf die Schwierigkeiten der Sichtbarmachung von A_sexualität einzugehen. Außerdem ist viel Platz für Fragen und Diskussion eingeplant.

Ich bin sehr neugierig, was mich erwartet, habe ich doch das letzte Mal 2006 eine Uni im Vorlesungskontext besucht … und damals durfte ich auch bequem zuhören.

Los geht’s um 18 Uhr im Seminarhaus 0.101, Campus Westend.