Warum muss es ausgerechnet die Raupe sein?

Ich habe gerade die lesbische Edition der Wunderlandgeschichte gelesen („Der Fluch der Herzkönigin“, Serena C. Evans), und nun kommt hier also eine andere Ausgabe mit einem Ace im Ärmel daher. Aber auch sonst lesenswert, denn in dem Text stecken zahlreiche kluge Gedanken.

Nixblix´ simple Sicht der Dinge

„Alice vs. Wunderland – Eine Pubertäts-Dramödie“ (Christian von Aster) – Eine etwas andere Rezension

Da lauscht eins neben den Zeichenarbeiten genussvoll der „ziemlich sehr freien“ Aster´schen Interpretation von Lewis´ Carrols Stoff, bloß, um bei der Nennung des Titels von Kapitel vier, „in dem Alice kein Netz hat, darum Peggy nicht erreicht, und vor allem deswegen Bekanntschaft mit einem Raupentier ohne nennenswertes Liebesleben macht“, aufzuhorchen. Das Sichtbarkeitsmonster in mir fragt sich jetzt, ob Letzteres nur erwähnt wird, um es einmal erwähnt zu haben – denn nennenswert scheint es ja nicht zu sein und eins ist mit dem sympathischen, wenn auch ein wenig in Schräglage hängenden, Humor des Autors bereits bekannt geworden – oder hat sich hier doch tatsächlich ein Ass[1] versteckt? Da das Hörbuch ohnehin weiterplätschert, werde ich es entweder erfahren oder, was wahrscheinlicher ist, feststellen, dass mein Wunschdenken mit mir durchgeht. Mitnichten.

Es folgt, im Anschluss an eine knapp gehaltene…

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Leseprobe: Albenzauber

Endlich da: einmal deutschsprachige Fantasy mit zwei Aces in den Hauptrollen. *freu* Hier zunächst die Leseprobe, bis Amazon sich berappelt hat.

Carmilla DeWinter

Albenzauber 640pt Vorhin habe ich auf das Knöpfchen bei Amazon gedrückt, und die Printausgabe ist seit gestern Abend genehmigt. Höchste Zeit also für eine Leseprobe von Albenzauber.

Albenzauber enthält: eine Kinderfrau und ihren Prinzen im Exil, eine ebenso machtgeile wie schöne Königin, eine*n abenteuerlustige*n Magier*in mit weiblichen Pronomen sowie echte und gedankliche Gefängniszellen. Außerdem das „Aces sind immun“-Trope.

Die Links folgen, sobald das Teil bei den entsprechenden Anbietern gelistet ist.

Lang, daher mit Break:

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Textkritik: Rosarot

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Über Bookrix bzw. Amazon stolperte ich über eine Kurzgeschichte, die mit „asexuell“ vertaggt ist: „Rosarot“ von Marie Chaos.

ROSAROT

Worum geht’s?

Ein sexuell unerfahrener Mann hat eine geheimnisvolle und erotische Begegnung mit einem Fremden auf einem Friedhof, die sein Leben durcheinander wirbelt.

Das sagt meine innere Lektorin:

Die Autorin hat ein etwas schräges Verhältnis zu Absätzen in Dialogen. Der Anfang kommt ein bisschen langsam in Fahrt. Ansonsten eine nett konstruierte Geschichte, deren Happy End nicht komplett vorhersagbar ist, deren Glaubwürdigkeit aber am unten genannten Problem krankt.

Das sagt die asexy Besserwisserin:

Bingo! Volles Fettnäpfchen.

Achim (…) war ein ganz und gar asexueller Mensch.

Nie war er ein in Versuchung gekommen, Hand an sich selbst zu legen, einfach, weil er nie einen sexuellen Drang verspürte. Natürlich hatte er in der Pubertät auch mal (…) geküsst (…)

Aber nichts geschah. Kein atemloses Verlangen, kein Wunsch auf mehr (…)

Mag sein. Üblicherweise funktionieren die Teile bei a_sexuellen Menschen mit Penis durchaus, aber das heißt nicht, dass sie auch gern benutzt werden, oder dass beim Masturbieren sexuelle Phantasien entstehen: Feine, aber wichtige Unterschiede.

Auch, dass sich eine solche Person nicht als defizitär oder wenigstens einsam empfindet – unwahrscheinlich, aber es soll solche Geister geben.

Unterschätzen Sie nie das Phänomen des Gruppenzwangs und der Vorstellung von Normalität: Eine a_sexuelle Person stellt irgendwann fest, dass der Rest der Welt sie merkwürdig findet und sie auf ihre Andersartigkeit angespricht. Menschen, die das Wort „asexuell“ kennen und für sich anwenden, sind meiner Erfahrung nach tendenziell froh, das Wort zu kennen, weil sie sich vorher sehr allein gefühlt haben.

Dass nun selbiger aromantische (?), asexuelle und nicht-libidonöse Achim, der total relaxt mit seinem Minderheitenstatus umgeht, sich auf Sex mit einem Unbekannten einlässt, der ihn bei Abenddämmerung auf dem Friedhof stalkt? Nachdem Achim zum ersten Mal in seinem Leben überhaupt sexuelle Erregung empfunden hat?

Klingt manchen vielleicht sexy, ist aber genauso glaubwürdig wie glitzernde Vampire und deren Seelenverwandtschaften, also gar nicht.

Asexualität funktioniert nicht so. Demisexualität funktioniert nicht so.

Dass die Story trotzdem einige begeisterte Leserinnen gefunden hat, spricht dafür, dass diejenigen keine Ahnung haben, wie oberflächlich die Autorin offenbar recherchiert hat. Persönlich finde ich es dann immer noch schlecht, dass solche miesen Darstellungen nicht nur unglaubwürdig sind, sondern auch politisch negative Auswirkungen haben können.

Beweise:

Erstens hatte sie keine Bedenken, in das Bingofeld von „Du hattest eben noch nie Sex mit mir“ zu stolpern und daraus eine komplette Story zu stricken. (Das passiert auch nur Nicht-Aces, und das viel zu häufig.)

Zweitens: „Ganz und gar asexuell“ ergibt nur für Uneingeweihte Sinn. Tatsächlich etabliert diese Phrase eine Art Hierarchie, gegen die sich die Community mit Händen und Füßen wehrt. Nicht umsonst haben wir Wörter wie „aromantisch“ und „nicht-libodonös“ und so was. Weil das sehr viel präziser ist als „ganz und gar“, und weil nicht viele in allen drei Kategorien gleichzeitig auf dem Nullpunkt hängen.

Wenn wir Pech haben, nimmt jemand also die Beschreibung für bare Münze und glaubt dann einer echten a_sexuellen Person nicht, weil die halt zufällig eine Libido hat, oder sexuelle Erfahrungen oder oder oder … Nicht, dass wir nicht schon sowieso mit Unglauben zu kämpfen haben. Siehe Bingo.

Einziger Trost: Achim fühlt sich nicht nur nicht-defizitär, sondern wird auch als solches dargestellt. (Wieder ein feiner Unterschied.)

Anders wär’s auch und meiner Ansicht nach besser gegangen.

 

Vortrag in Frankfurt

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(Crosspost mit aktivista.net und carmilladewinter.com)tCSD 2013 schild2

Ich werde am Dienstag, den 24. Januar, in Frankfurt am Main zu Gast sein.

Geplant ist ein Vortrag über „Asexualität und das a_sexuelle Spektrum: Vom Versuch, die Vielfalt einer Abwesenheit sichtbar zu machen“ im Rahmen der Queeren Ringvorlesung. Ich werde zunächst darauf eingehen, was A_sexualität ist, ein paar Vokabeln und die zugehörigen Spektren erörtern. Danach plane ich, von den Vorurteilen auf die Schwierigkeiten der Sichtbarmachung von A_sexualität einzugehen. Außerdem ist viel Platz für Fragen und Diskussion eingeplant.

Ich bin sehr neugierig, was mich erwartet, habe ich doch das letzte Mal 2006 eine Uni im Vorlesungskontext besucht … und damals durfte ich auch bequem zuhören.

Los geht’s um 18 Uhr im Seminarhaus 0.101, Campus Westend.

 

Take the 2016 Ace Community Census! — The Asexual Agenda

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An announcement from the AVEN Survey Team: It’s that time of year again – we are now recruiting participants for the ace community census! The ace community census is an annual survey by the Asexual Visibility and Education Network which collects valuable information on the demographics and experiences of members of the ace community. It […]

über Take the 2016 Ace Community Census! — The Asexual Agenda

Buchkritik: Der linke Fuß des Gondoliere

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Durch ein Gespräch wurde ich darauf aufmerksam, dass mein Verlagskollege Jobst Mahrenholz einen Roman veröffentlicht hat, der A_sexualität (mit) zum Thema hat: „Der linke Fuß des Gondoliere“ (Link führt zum großen A).

Ergo: Hab’s gleich gekauft und innerhalb eines Tages gelesen.

Worum geht’s?

Drei sehr unterschiedliche Jungs wachsen in Venedig auf und sind trotzdem die besten Freunde. Schon am Anfang erfahren wir: Einer ist verstorben. (Wer und warum müsst ihr selbst rausfinden.)

Der Autor zeichnet den Weg der drei in die Unabhängigkeit nach, es handelt sich also um eine Coming-of-Age-Geschichte, bei der die Liebe nicht fehlen darf. Zwei, Cece und Pirro, finden zusammen, aber Pirro ist a_sexuell und der dritte eifersüchtig …

Das sagt meine innere Lektorin:

Sehr spannend. Da außerdem eher schmal, schnell gelesen. Viel Gefühl, ohne, dass es zu melodramatisch wird. Eine manchmal etwas schräge Herangehensweise an Absätze in Dialogen, die dem Lesevergnügen aber keinen Abbruch tut.

Das sagt die asexy Besserwisserin:

Das Wort kommt vor! (Yay!) Die a_sexuelle Figur kommt 2008 in einem Brief zu Wort, der beweist, dass sie auf unzureichende Informationen zurückgreift:

In der Medizin nennt man es Asexualität. Es gibt da verschiedene Typen. Ich bin noch nicht einmal einer der ‚Schlimmen‘.

Wir können spekulieren, dass mit den „Typen“ die von der Community aufgegebene „Typ ABCD“-Einteilung gemeint ist, die mittlerweile vom Split-attraction-Modell ersetzt wurde – also von dem Konzept, dass die sexuelle und die romantische Orientierung zwei verschiedene Dinge sind/sein können und sich nicht überlappen müssen.

Inwieweit die Medizin damals überhaupt was zu reden hatte, ist mir allerdings schleierhaft – zu diesem Zeitpunkt lief A_sexualität in den italienischen Medien wohl eher als Internethype und Keuschheitsmode.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung (2015) sieht’s da schon anders aus, wobei A_sexualität natürlich keine Diagnose ist, sondern als sexuelle Orientierung nach nichts ein Ausschlusskriterium für Diagnosen darstellt.

Außerdem sehr hübsch: Pirro ringt äußerst glaubhaft mit seiner „Diagnose“, aber sie ist nicht der Grund für das traurige Ende.

Fazit:

Kauf- bzw. Leseempfehlung, sofern ein sehr geringer Gehalt an wenig expliziten Sexszenen nicht abschreckt. Taschentücher bereithalten.

Signal boost: Aromantik-Projekt

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Hello all! I received an email from a lovely individual by the name of Arianna, who is working on a project for the aromantic community. She asked if I wouldn’t mind giving her a signal boost and I agreed. Note this is open to all members of the aromantic community, not just aromantic asexuals. Hi! […]

über Signal Boost: Aromantic Project — Asexual Artists

Nachklapp CSD Berlin 2016

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20160723_115541

Hier ein Bildchen, das mein Kostüm zumindest etwas erahnen lässt. Weitere Eindrücke des Outfits, etwas unscharf, vom letzten Oktober.

Den vollständigen Bericht gibt es beim Verein.

Notabel:

Der Typ, der sich nach der Parade in freier Wildbahn einen blasen ließ. (Faszinierend … Fanden auch sämtliche Umstehenden. Bitte ergänzen Sie von mir die Spock’sche Augenbraue.)

Wir haben tatsächlich mindestens 1000 Flyer gebraucht.

Die *** von Sicherheitskräften am ersten Truck – ich habe blaue Flecken von diesem doofen orangenen Seil.

Das flaggenfarbene Herz von der netten Mitlaufenden, deren Name ich leider vergessen habe, und das zum Ankleben von @homefromnarnia.

Das Publikum wirkte dieses Mal nüchterner als bei meiner letzten Anwesenheit 2014, was wohl an unserer Position zu Beginn der Parade gelegen haben mag.

Auch der Redner auf dem ersten Truck ließ bei der Diskussion um die Ehe für Alle gelegentlich bis häufig das B in LSB hinten runter fallen. Da half wohl auch die „Bi-Furious“-Gruppe nix.

 

Wie die Kollegin bereits schrieb, war es am vorderen Ende der Parade angenehm leise. Die Trucks hämmerten uns noch durch den halben Tiergarten hinterher, weshalb ich mich ernsthaft frage, ob die nicht beim Publikum bleibende Gehörschäden hinterlassen haben.

Eine sehr viel ruhigere Beschallung habe ich via Coyote gefunden:

https://dearlie.bandcamp.com/track/for-me

Reblog: Konsensfindung

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In Zusammenhang mit Fiammettas Ratschlagstext hat auch tschellufjek interessante Dinge zu sagen:

Oh je, schon wieder ist fast ein Monat seit meinem letzten Blogeintrag vergangen und da ich in letzter Zeit auch selten dazu komme, andere Blogs zu lesen, bin ich erst heute Morgen auf einen interessanten Artikel von Fiammetta aus dem Monat Juni gestoßen. In diesem gibt sie Antworten auf die Frage, was tun, wenn der_die […]

über Im Konsens liegt die Kraft, aber kein Konsens ohne offenes und ehrliches Gespräch — tschellufjek