Bingo ist online

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Nachdem ich gezögert und dann noch zeitweise vergessen hatte, habe ich es nun geschafft, eine neue Seite für diesen Blog zu machen. Dazu oben auf “Bingo” klicken.

Die Sammlung habe ich ursprünglich für den Lörracher CSD zusammengestellt, ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Falls irgendwer noch Ergänzungen hat, oder mit einer Formulierung bezüglich anderer Minderheiten oder Bevölkernungssubgruppen nicht einverstanden ist, bitte Kritik her.

Playliste

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Noch gibt es keine Songs über Asexualität, aber gelegentlich findet sich doch der eine oder andere Text, der sich mit ein bisschen Phantasie für eine Ass-freundliche Playliste eignet.

Sie ist ziemlich kurz… aber immerhin.

Als da wären:

P!nk: U & Ur Hand. Die ultimative Absage. “I was fine before you walked into my life, and you know it’s over, before it began.” Und rockt auch noch so schön.

Martin Solveig & Dragonette: Hello. Klingt so harmlos, enthält aber ebenfalls eine Absage. “I’m here, darling, to enjoy the party. Don’t get too excited, cause that’s all you get from me.”

Lady Gaga: Alejandro. “Don’t wanna touch, don’t wanna kiss”. Beweist wieder einmal, wie flexibel sowohl die Künstlerin im Besonderen wie auch Songtexte im Allgemeinen sein können.

Die Prinzen: Küssen Verboten. Ein Kommentar hierzu erübrigt sich wohl.

Subway to Sally: Einsam. Für die Aromanties unter den Menschen.

Zugegeben, es gibt sicherlich mehr Texte, die auf Aromantiker und Asse Bezug nehmen, aber wenn, dann häufig aus der Sicht der abgelehnten Partei oder es handelt sich um derartig obskure Bands, dass es keine legal auffindbaren elektronischen Kopien davon gibt. Hierzu möchte ich auf Ily’s Blog verweisen.

Jedenfalls gibt es nicht viel partytaugliche Musik für unsereins, und nur wenig mehr, die so etwas wie Stolz vermittelt.

Falls jemand ebenfalls eine Playliste hat, die sich mit meiner nicht vollständig deckt: immer her mit den Vorschlägen.

CSD Lörrach: Fazit

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So. Gestern abend war ich leider zu keinem geraden Gedanken mehr fähig, da extrem müde. 6 Uhr 15 aufgestanden, 5 Stunden am Steuer meines Autos verbracht, plus zwischendrin Stand betreut. Mein Respekt vor LKW-Fahrern ist noch einmal enorm gestiegen.

Mittlerweile habe ich auch eine halbe Meinung zu den Ergebnissen.

Wenigstens stellte sich heraus, dass meine Aufregung beinahe umsonst war: wir haben ein paar ganz nette Gespräche geführt und sind doch tatsächlich ein paar von den Buttons losgeworden. Vermutlich habe ich geglaubt, dass mehr Leute da sind. Blöderweise hatte es aber gefühlte 5° C, war also schweinekalt, und um 1 Uhr mittags fing es auch noch an zu regnen, weshalb wir schon gegen 17 Uhr und nicht erst eine Stunde später die Segel strichen.

Hier also die Beweisfotos:

Nicht gerade überraschen dürfte, dass mehr Bonbons als Flyer den Besitzer wechselten.

 

Hab ich nicht schön gebastelt? Wir hätten beinahe ein richtiges Banner gehabt, aber leider war der online-Printladen doch nicht so schnell wie erhofft. Nunja. Somit blieb unser Auftritt im großen und ganzen völlig unprofessionell. Immerhin sind wir nicht mal ein richtiger Verein…

Jürgen hatte Idee und Design für ganz respektabel ausehende T-Shirts:

Und ich selber habe noch meine Blümchen ausgeführt:

Alles in allem war es eine positive Erfahrung – negative Reaktionen hielten sich in äußerst überschaubaren Grenzen. Ein einzelner Herr wollte partout nicht einsehen, dass wir nicht die “Gegenposition” sind… Als ich meinte, dass wir niemandem vorschreiben wollen, was er zu tun und zu lassen hat, zititerte er das berühmte Wort: “Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen.”

… Manchmal fällt einem wirklich nix mehr ein. Zumal wir es vorher noch mit dem einen Prozent vom Flyer hatten.

Jetzt muss ich mir nur noch überlegen, ob die paar Gespräche den ganzen Aufwand wert waren – Lörrach ist für Jürgen und mich nun nicht gerade der nächste Weg.

Aber Stand betreuen: jederzeit wieder.

Schlussendlich will ich mich noch bei meinen beiden wunderbaren, äußerst verlässlichen Mitstreiter_inne_n bedanken, die dem lausigen Wetter getrotzt haben, ohne die gute Laune zu verlieren.

Hilfäh!

Morgen früh um 7 Uhr 15 geht es los, und so ein bisschen Panik breitet sich langsam aus.

Die Angst vor der eigenen Courage und so… so richtig glauben, dass ich mich da hinstellen will und Öffentlichkeitsarbeit betreiben, werde ich wohl erst morgen ab 11.

Irgendwie habe ich es immer schon geahnt…

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Bei web.de ist mir dieser kleine Artikel unter die Augen gekommen.

Kurz gefasst:

Werden Fotos auf den Kopf gestellt gezeigt, haben Menschen Probleme, Gesichter oder ganze Personen wiederzuerkennen. Bei Objekten, beispielsweise Gebäuden, tritt der sogenannten Inversionseffekt dagegen nicht auf. (…) Tatsächlich erkannten die Teilnehmer die Männerfotos deutlich schlechter wieder, wenn diese falsch herum gezeigt worden waren. Bei den Frauenfotos war das nicht der Fall – es machte kaum einen Unterschied, ob die Frauen auf dem Kopf standen oder nicht. Dies lege nahe, dass die Männer als Personen, die Frauen dagegen als Objekte wahrgenommen wurden, schreiben die Wissenschaftler.

Dieser Effekt trifft sowohl für Männer als auch für Frauen zu. Wobei die Einschränkung bleibt, dass es britische Studenten waren, die befragt wurden, und damit Aussagen über außereuropäische Kulturkreise unsicher sind.
Jedenfalls stimmt dieses Ergebnis mit meiner Beobachtung überein, dass leichtbekleidete Frauen tendenziell weniger ernst genommen werden, und zutrauen tut man ihnen schon gleich gar nichts. Noch ein Grund, zu Prüfungen besser im Hosenanzug zu erscheinen…
Irgendwie würde das auch erklären, warum Frauen einen Großteil der Menschheitsgeschichte als Besitz behandelt wurden und immer noch werden. Oder andersrum, und die Behandlung als Besitz führt zu dem Frau-als-Objekt-Forschungsergebnis. Beides keine besonders schmeichelhaften Vorstellungen für die Menschheit.

Queer oder nicht queer?

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Diese Frage stellt sich/man mir ab und an. Ob mehr oder weniger wohlmeinende Außenstehende (Ihr wollt doch genau das Gegenteil von “denen”), Leute aus den eigenen Reihen, die mit den Halbnackten bei einem Christopher-Street-Day-Umzug nichts anfangen können, und schlussendlich “die” Halbnackten selbst, die erstmal glauben, dass man ihnen das Vögeln verbieten will… irgendwer findet immer, dass AVEN auf so einer Pride-Veranstaltung nichts verloren hat.

Ich gehöre offensichtlich nicht dazu. Tatsächlich finde ich die Schnittmenge relativ hoch:

Ich will gerne Sex haben, mit wem ich will, und wenn das niemand ist: So what?

Des weiteren möchte ich nicht auf den Sex reduziert werden, den ich habe, oder auch nicht habe.

Ich will auch nicht, dass Eltern sich fragen, was sie nur falsch gemacht haben, wenn ihr Kind sich als asexuell outet.

Ich will, dass mir geglaubt wird, wenn ich mich oute, und dass ich nicht lang und breit erklären muss, als was ich mich gerade geoutet habe. (Letzteres ist übrigens der Grund, warum ich mich so selten oute. Catch 22.)

Ich will keine Vorstellungsposts im AVEN-Forum mehr lesen, wo jemand erzählt, dass si_e_r geweint hat, als sie das Forum fanden.

Ich hätte gern mehr offen asexuelle Figuren in Büchern, Filmen und anderen Medien. Des weiteren wäre es schick, wenn auch Aromanties allein glücklich werden könnten.

Übrigens musste man sich in meiner Jugend schon als 17-jährige Jungfrau egal welchen Geschlechts wie ein Alien fühlen, weil solche Menschen irgendwie nie in den Medien vorkamen, die ich konsumierte, und wenn doch, dann als jemand, mit dem man Mitleid haben musste. Ich habe keine Ahnung, wie es derzeit aussieht, wenn also jemand Jüngeres was beizutragen hat: bitte kommentieren.

Die Reaktioen egal auf welche sexuelle Minderheit sind sich manchmal erschreckend ähnlich. Und daher finde ich mich auf einem CSD bislang ziemlich gut aufgehoben.

Suchbegriff

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Von einer Suchmaschine stolperte jemand mit folgender Anfrage hierher:

“es gibt immer mehr leute die mich am arsch lecken können”

Sicherlich ist die Ursache dafür in der stetig wachsenden Weltbevölkerung zu suchen?

Immerhin kann das durschnittliche As (probier grad was neues aus) von sich behaupten, kinderlos zu sein und daher nicht weiter zu dem Problem beizutragen…

Feministische Besorgnis

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Gelegentlich suche ich “Asexualität” per Suchmaschine, nur um zu schauen, was so bei rauskommt, ob ich Artikel übersehen habe und so weiter.

Im Januar gab es einen Forums-Eintrag im Emma-Forum, den ich faszinierend fand, bezüglich des “Wie fühlt ihr euch, wenn ihr Sex habt?”-Threads im deutschen AVEN-Forum.

Zugegebenermaßen habe ich von dem AVEN-Thread nur die ersten drei (von 18) Seiten gelesen, da mein Interesse für das Thema gegenwärtig eher gering ist.

Nun kommt da jemand und eröffnet folgende Diagnose:

Meine psychologisch (…) laienhaften Gedanken sagen mir, dass von den Frauen die hier schreiben die wenigsten wirklich asexuell sind. Die Masse ist einfach nur nicht in der Lage ihre Wünsche einzufordern und machen alles mit, was die Partner wollen (…).

Dabei kommen die Frauen eher zu dem Schluss selbst asexuell zu sein und geben ihre Wünsche damit auf, was ich als harten Rückschlag für den Feminismus betrachte, als dass mal darüber nachgedacht wird, dass diese momentan ausgeübte Sexualität einfach die falsche für sie ist. Fast keine Frauen, die Konsequenzen aus dem Erlebten ziehen und wenn doch, dann ist es ein VERZICHT!

Dieser Eintrag hier existiert hauptsächlich, weil mir die Diagnose neu war. Wir sind gar nicht asexy, wir haben nur den falschen Sex – also zumindest diejenigen von uns, die überhaupt welchen haben…

Jedenfalls scheint hier jemand nicht zu begreifen, dass Asexualität häufig bedeutet, keine Wünsche zu haben (nicht bei allen, klar, aber die sind nicht so häufig und werden schon aus Gründen des Selbstschutzes so einen Thread lieber meiden).

Wer keine Wünsche hat, kann diese Wünsche auch nicht aufgeben – und somit ist die Konsquenz, es lieber bleiben zu lassen, dann auch kein Verzicht, auch wenn andere “ohne” nicht leben wollten.

Mal wieder Apotheken-Umschau

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Seit heute gibt es die Apotheken-Umschau Ausgabe März B, und als gutes Apothekerlein lese ich die natürlich, um zu wissen, wofür alles Werbung drin ist.

Jedenfalls findet sich unter “Flaute im Bett” auf Seite 29 ein Artikel über Libidoverlust – also nicht über Impotenz. Impotenz ist, wenn man will, aber nicht kann – übrigens grundsätzlich ein Grund, zum Arzt zu gehen, selbst wenn man(n) asexuell ist oder aus anderen Gründen nicht will. Ursachen sind vielfältig und können auf ernste Herz-Kreislauf-Probleme hinweisen.

Libido hingegen ist grundsätzlich mal das Verlangen nach sexueller Stimulation. Bei den Asexies gibt es solche, die eine Libido haben, und solche, die keine haben, gelegentlich auch als Non-Libidoisten bezeichnet.

Um diesen Wunsch nach sexueller Stimulation geht es nun in dem Artikel. Und eigentlich fängt er ganz gut an, mit einer ähnlichen Erklärung wie oben. Und tja,

Verspürt man keine Lust auf Sex, fehlt er einem naturgemäß auch nicht.

Schön gesagt.

Auch

“Der sexuelle Appetit von Menschen unterscheidet sich stark”, weiß Hartmann aus seiner sexualmedizinischen Sprechstunde. Was für den einen also wenig ist, mag dem anderen schon zu viel sein.

Weisheit. Ich hatte echte Hoffnungen.

Kommt es aber zu einer deutlichen Veränderung des Trieblebens oder zu entsprechenden Klagen des Partners, liegt häufig ein Problem vor.

Die Frage ist nun – klagt der Partner über eine Veränderung? Dann ist vielleicht tatsächlich irgendeine Störung schuld.

Klagt der Partner aber nur über die mangelnde Libido, dann hat man ein ganz anderes Problem, und kann mit den nächsten zwei Spalten Diagnosen nichts anfangen, weil die voll am Problem vorbeizielen.

Ein bissl mehr sprachliche Genauigkeit wäre meines Erachtens angebracht.

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