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Nach Ewigkeiten nun wieder mal ein Carnival of Aces-Posting, das sich zudem noch zu übersetzen lohnt. Luvtheheaven hatte nach „Analogien zu Asexualität“ gefragt, oder ähnlichen Erfahrungen. Populär wären hier zum Beispiel die Kuchen-Metapher, oder Vergleiche zwischen Vegetarismus und Asexualität, etc. pp.

Mich hat das alles an einige Zitate erinnert, die ich in einem Buch gelesen habe, das eine Freundin von mir geschrieben hat.

Als da wären:

“If a psychologist runs into a person they cannot squeeze into the definition of normal, they either resort to psychobabble or pick out a good disorder. “

„Wenn ein*e Psychologe*in auf jemanden trifft, di*en si*er nicht in die Definition von „Normal“ quetschen kann, wird si*er sich in Psychogelaber oder eine gute Verhaltensstörung flüchten.“

“Psychology views (…)s as part of the “lunatic fringe” because the studies they use to base their worldview of “normal” upon rely upon what the majority does– […] This is more than simple rarity; it’s saying that what the […] do should be the definition of normal and is a proper measuring stick by which mental soundness should be judged.”

„Die Psychologie schätzt (…)s als Teil des „wahnsinnigen Rands“ ein, weil die Studien, auf deren ihre Sicht von „Normal“ fußt, sich daran orientieren, was die Mehrheit tut, zum Beispiel […]. Hier geht es nicht nur um Seltenheit; sie sagen vielmehr, dass, das, was […]s tun, die Definition von Normal sein sollte, und eine gute Messlatte für geistige Gesundheit darstellt.“

“(…)s are unique and rare–just like {…}. Rarity can be taken for disease, though this is a logical fallacy.”

„(…)s sind selten, genau wie {…}. Seltenheit kann als Krankheit verstanden werden, obwohl dies ein logischer Fehlschluss ist.“

“(…)s themselves feel like there must be something wrong with them because they don’t behave the way they “should,” i.e. the way the majority behaves. Thus they are more open to accepting others’ opinions of their shortcomings, reasonable or not.”

„(…)s glauben, dass irgendetwas an ihnen falsch ist, weil sie sich nicht so benehmen, wie sie „sollten“, also, nicht so, wie sich die Mehrheit benimmt. Daher sind sie eher geneigt, die Meinung anderer über ihre Unzulänglichkeiten zu akzeptieren, egal ob diese vernünftig sind oder nicht.“

“Lack of societal acceptance may actually contribute to real mental problems which are not intrinsic to the (…)’s mental make up, but spring from a lifetime of ill treatment at the hands of others.”

„Ein Mangel an gesellschaftlicher Akzeptant kann zu echten psychischen Problemen beitragen, die nicht der geistigen Veranlagung von (…)s zuzuschlagen sind, sondern durch eine lebenslange schlechte Behandling durch andere verursacht werden.“

Die Zitate über (…)s – INTP Myers-Briggs Persönlichkeitstypen – stammen von Anna Moss, einer INTP-Freundin aus Alaska, aus ihrem Buch „The Secret Life of INTPs“. Es ist auf ihrer Website zu kaufen.

(Klar ist diese Einteilung in 16 Typen nicht der Weisheit letzter Schluss, aber sie können helfen, sich selbst ein bisschen besser zu verstehen.)

Jedenfalls – keine Ahnung, ob es für eine Analogie reicht. Sehr viele Minderheiten kennen das Gefühl, irgendwie „falsch“ zu sein.

Ich fand es aber interessant, dass dieses Gefühl auch manchen Persönlichkeitstypen vermittelt wird. Ich bin eine selbstdiagnostizierte INTJ mit INFP-Tendenzen. Kurz zusammengefasst: Ich bin eine introviertierte Person, die Theorien und das Große Ganze viel interessanter findet als Details und alltägliche Ereignisse. Meine Entscheidungen treffe ich meistens eher mit dem Kopf als dem Bauch, und benötige manchmal ein bisschen Zeit, um mich geistig auf eine Veränderung einzustellen.

Führt zum Beispiel dazu, dass ich Muster sehe, wo keine sind, und dann grundlos mit jemandem beleidigt bin. Ich reagiere seltsam, wenn ich kurzfristig eine Cocktailparty schmeißen soll, obwohl ich eigentlich Lust darauf habe. (*winkt Tankred*) Ich habe eine intensive Abneigung gegen Haushaltstätigkeiten und Aufräumen, und störe mich nicht an kleinen Mengen Krümeln irgendwo.

Ich vergesse schon mal wichtige Dinge wie Essen kaufen oder kochen, weil ich irgendwas in meinem Hirn gerade interessanter finde. Ich finde es anstrengend, viele Leute um mich zu haben, deswegen brauche ich viel Zeit allein. Meine Lieblingstätigkeiten sind Lesen, Schreiben, und, seltsamerweise, Tanzen.

Ich habe nur eine Handvoll Freunde. Je mehr Kontakte ich jonglieren muss, in desto mehr Panik gerate ich. Das ist auch der Grund, warum ich keinen Tumblr habe. Manchmal habe ich keine Ahnung, was eine angemessene Antwort ist, und trete ins Fettnäpfchen. Manchmal nehme ich es dem Leben und den Kund*innen übel, wenn ich viel Geduld haben muss und mein Vokabular vereinfachen.

Ich blicke Sex nicht, aber genauso wenig kapiere ich, wie irgendwer mehrere Abende am Stück ausgehen kann, um Leute zu treffen.

Das ist kein Verhalten, das die Mehrheit an den Tag legt, und meistens nicht mal sozial akzeptables Verhalten.

Manchmal frage ich mich, ob meine Entfremdungsgefühle nur mit der Asexualität zu tun haben, oder auch mit der Introversion, meiner IN-typischen geistigen Abwesenheit oder der Tatsache, dass ich nicht so sensibel bin wie „normale Frauen“. Manchmal frage ich mich, ob meine Persönlichkeit und die Asexualität sich nicht gegenseitig verschlimmern.

Aber, was soll’s. Ich kann es ja nicht ändern – aus mir wird niemals eine gesprächige Partygängerin werden, die immer auf dem neuesten Stand der Nachrichten ist.

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