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Letzten Mittwoch lief eine Doku im SWR-Fernsehen, die Menschen im Vorfeld des Stuttgarter CSD begleitet hat.

Gelegentlich kamen auch Angehörige und nichtsahnende Mitmenschen zu Wort. Die Fragen scheinen gelautet zu haben, was man denn von den Schwulen bzw. Homosexuellen hält.

Das erste was mir einfällt, ist, dass die Frage eigentlich saublöd ist. „Die Schwulen“ gibt es genausowenig wie „die Heten“.

Interessanter waren natürlich die Antworten.

Ein Gutteil Menschen gab zu Protokoll, dass das ja irgendwie schon eklig sei, und dieses Ekelgefühl gibt ihnen Anlass, eine ganze Gruppe von Menschen zu verurteilen. So nach dem Motto, ich finde es eklig, also muss es widernatürlich sein. Oder so.

Und dann frage ich mich, was die für eine Phantasie haben. Wohlgemerkt, keiner möchte, dass sie mitmachen oder zuschauen, insofern ist dieses Ekelgefühl vollkommen hypothetisch.

Ich zum Beispiel finde auch die Vorstellung von gebratenen Ameisen recht eklig, werde aber niemanden verurteilen, der solches für ein anständiges Mittagessen hält. Ich kenne auch einen Chinesen, für den lecker Kräuterquark das ekligste der Welt ist.

Läuft da wirklich bei manchen Leuten das Kopfkino an, wenn sie erfahren, dass jemand schwul oder lesbisch ist? Und wenn ja, warum? Denken die auch darüber nach, was ihre vollkommen heterosexuellen Freunde mit ihren Partnern im Bett machen?

Das alles sind Dinge, über die ich lieber nicht nachdenke, und über die ich auch nicht nachdenken will.

Denn, ganz ehrlich: ich finde es ein bisschen eklig, mir echte Menschen beim Sex vorzustellen, und zwar egal welchen Geschlechts und jedweder Orientierung. Und zwar ausnahmslos alle.

Deswegen fange ich gar nicht erst an. Mein Kopf ist da eigentlich sehr zuverlässig, und ich brauche wirklich selten Hirnbleiche.

Sind meine Neuronen wirklich so anders verschaltet als die von manchen Heteros?

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