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In einem Thread des englischen AVEN-Forums werden asexy Buchempfehlungen gesammelt, und daher stammte auch einer meiner Neuerwerbe, „Wings of Destruction“ von Victoria Zagar. Derzeit nur auf Englisch erhältlich, was aber auch nicht schlimm ist.

Meine Betaleserinnenseele blutete beim Lesen, deswegen habe ich denn auch öffentlich zwei von fünf Sternen verteilt.

Aber erstmal das Positive: Eine asexuelle Figur, über deren Status wir nicht rätseln müssen, weil Martin sich nämlich als asexuell bezeichnet. Und dann krallt er sich dank seiner sexuellen Orientierung bzw. deren Abwesenheit gleich einen Engel (mit einem ultrabesch… Namen. Anael! Böses Wortspiel, ick hör dir trapsen.)

Außerdem noch eine Figur aus dem LSBTTIQ-Bereich.

Die Voraussetzung ist originell, denn sonst wollen alle immer Armageddon verhindern, statt es auszulösen.

Leider krankt das Ganze an einem miesen Lektorat:

Einfallslose Satzanfänge. Wiederholungen. Engel, die im gleichen Satz nach Shakespeare und stereotypen Gangster*innen klingen.

Und der Weltenbau passt nicht.

Angeblich ist vor hundert Jahren die Wirtschaft zusammengebrochen. Bisher hat sie sich sogar nach der Pest wieder berappelt, insofern ist die Zeitspanne für die Dystopie, die Zagar in einer von Gangs beherrschten Großstadt zeichnet, einfach zu lang. Ich glaube einfach nicht, dass es viele Leute so lange in einer Stadt aushalten würden, denn irgendwann ist auch die letzte Dose Erbsen gegessen und das letzte Magazin für die Uzi verschossen.

Zu viele Engel sind männlich.

Und weil Zagar lieber erzählt, als uns richtig ins Drama einsteigen zu lassen, wirkt auch die Romanze zwischen Mensch und Engel eher hölzern und unglaubhaft.

Insofern: Ich habe das zwar fertig gelesen (spannend ist es), aber der Nutzwert liegt vor allem in diesem Verriss.

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