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Tschellufjek hat vor Monaten eine Besprechung von Ian McEwans Buch „Am Strand“ gepostet, deren Einführung ich mal zitieren möchte:

Diese Novelle des englischen Bestseller-Autoren Ian McEwan könnte man gut in einen Kanon asexueller Literatur einreihen. Weder in der Geschichte noch in den Kritiken taucht das Wort “Asexualität” zwar auf, jedoch kann man in der Protagonistin, Florence, die inneren Zwistigkeiten einer asexuellen Person, die entgegen ihres Willens mit einer sexuellen Handlung konfrontiert wird, wiederfinden.

Dass der Autor keine Ahnung hat, wie das Buch bezügliche Asexualität gelesen werden kann, beweist dieses Zitat aus der Brigitte (Ausgabe 2/2015), über das ich dank meiner Frau Mama gestolpert bin:

Ihr Buch „Am Strand“ handelt von einem jungen Ehepaar Anfang 20, das 1962 auf seiner Hochzeitsreise vergeblich versucht, Sex zu haben, beide sind zu unwissend, zu gehemmt …

Ja, darauf wollte ich hinaus. Als das Buch vor ein paar Jahren erschien, haben mir die Leute gesagt: Das könnte heute nicht passieren. Aber ich glaube, das Gegenteil ist der Fall. Sie haben recht, die Leute werden mit sexuellen Bildern bombardiert, aber nicht, wenn man so will, mit sexuellem Wissen, die Menschen haben nicht mehr sexuelles Selbstvertrauen oder mehr Talent zum Vergnügen als früher. Man hat alle Nacktheit und alle Stellungen gesehen, aber unso verstörter und ahnungsloser ist man, wenn man einander wirklich zum ersten Mal nackt gegenübersteht.

Da ist viel Wahres dran, soweit ich das beurteilen kann, als eine, die den Pornokulturboom nach 2000 nicht mitgemacht hat, aber in Bezug auf asexuelle Sichtbarkeit ist das natürlich ein bisschen enttäuschend.

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