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Nun ist es schon eine irrsinnige Weile her, dass ich das letzte Mal einen Roman vorgestellt habe, der eine potentiell asexuelle Figur beinhaltet.

Auf Tanya Huff’s „The Fire’s Stone“ stieß ich auf einer Seite, die Bücher über „asexual lesbians“ aufführte. (Link verloren, sorry.) Listete jene Seite den Text zurecht?

Zu kaufen in elektronischer Fassung zum Beispiel hier. Deutsch ist „Der Stein von Iskara“ nicht mehr in Druck. Amazon hat keine antiquarischen Angebote, und auch das Zentrale Verzeichnis Antiquarischer Bücher schweigt sich aus.

Worum geht’s?

Der Dieb Aaron bricht in den Palast von Ischia ein (wahrscheinlich deswegen heißt das auf Deutsch „Iskara“*), und landet nach einem Unfall auf dem Balkon des dritten Sohns des Königs. Darvish ist ein Trunkenbold und hat mit allen Sex, die seinem nicht unbeträchtlichen Charme erliegen. Darvish beschließt, Aaron zu behalten, der vorerst zu verletzt ist, um auf Flirts zu reagieren. Dabei verdrängt Darvish, dass er demnächst die Prinzessin einer benachbarten Insel heiraten soll.

Die zukünftige Braut, Chandra, wiederum hat keine Lust aufs Heiraten. Als Magierin der Neun weiß sie, dass Sex ihre Zauberkräfte verringern wird. Um Darvish die Hochzeit auszureden, reist sie inkognito nach Ischia. Gerade rechtzeitig, um herauszufinden, dass irgendwer jenen Stein gestohlen hat, der Ischia vor einem katastrophalen Vulkanausbruch schützt.

Als der König Darvish und „seinen Dieb“ schickt, um den Stein zurückzuholen, schließt sich Chandra ihnen ungefragt an.

Im Laufe der Geschichte passiert einiges: Einbrüche, Verfolgungsjagden, Verrat und Zauberduelle. Interessanter ist aber, wie die Figuren mit ihren eigenen Schwächen umgehen.

Da ich gern Drama mag, habe ich den Text sehr gern gelesen.  Am Ende sind Darvish und Aaron ein Paar, aber Darvish heiratet Chandra, trotz der Aussicht, dass sie nie mit ihm oder irgendwem Sex haben wird. Insofern ein Poly-Arrangement, mit einer Person, die abstinent lebt. Yay!

Bei genauerer Betrachtung hat Chandra, die in dieser Liste für „asexual lesbians“ vorkommt, dort eigentlich nichts zu suchen. So zeigt sie weder eine ästhetische noch sonstige Anziehung zu weiblichen Wesen – im Gegensatz zu den Kommentaren über Darvish – noch gibt sie zu verstehen, dass ihre Abstinenz auf irgendeine Weise durch mangelndes Verlangen beründet ist. Als asexuelle Figur geht sie daher bei mir nicht mal mit Lupe durch.

 

 

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* Suchmaschinen sind Freunde für Autor*innen. Weil mir fast selbst so etwas passiert wäre, das nur meine Lektorin gerettet hat, teste ich mittlerweile fast alle Orts- und Personennamen gegen.

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