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Der Carnival of Aces für August hat „Zweifel“ zum Inhalt.

English version here.

Manchmal habe ich Zweifel, dass ich in die Gesellschaft der Asse gehöre, und all diese sind der Erinnerung geschuldet, die sehr viel unzuverlässiger ist, als ich selbst noch in Studententagen geglaubt habe.

Mittlerweile habe ich mehr von dem vergessen, was ich in der Schule gelernt habe, als dass ich erinnere. Erst kürzlich war ich entsetzt, wie wenig von meinem Großen Latinum vor 12 Jahren hängengeblieben ist. (Ich winke mal Fiammetta, die aushelfen konnte.) Wenn ich mich mit der einzigen Freundin unterhalte, die mir von der Schule geblieben ist, müssen wir feststellen, dass ihr oder mir mal ein Ereignis entfallen ist, oder dass wir ein und denselben Vorfall in völlig anderem Licht sehen. Ganz davon abgesehen erinnert sich mensch vor allem an die schönen Sachen – schon jetzt schimmert meine Usbekistanreise vom April rosig, auch wenn ich in meinem Tagebuch einen kompletten Kulturschock nachvollziehen kann.

Hinzu kommt, dass ich, und sicher die meisten Leute, ihr Leben gerne zu Erzählungen – Narrativen – zusammenfassen, um einer Folge zufälliger Ereignisse einen Zusammenhang zu geben, und um zu erreichen, dass das, was damals war, einen Sinn ergibt und in irgendeiner Verbingung zum Heute steht.
Manchmal bin ich mir nicht sicher, ob ich mir mit den Erinnerungen von mir selbst als Teenie trauen kann, wenn ich zum Beispiel versuche, meine Verliebtheiten zu verstehen. Wie viel Wünsche nach Sex waren da wirklich mit verbunden? Habe ich wirklich nie davon geträumt, einen Ehemann und Kinder zu haben, im Gegensatz zu Klischeemädchen? Was ist mit dem Wunsch nach „Familie“ aus der Abi-Zeitung, habe ich dieses Wort wirklich nur benutzt, weil ich für das, was ich tatsächlich (jetzt) will keinen Namen hatte?

Ich kann mir nicht ganz sicher sein. Die meiste Zeit versuche ich, nicht drüber nachzudenken, und nebenher ist es wohl nicht verkehrt, viele Notizen zu machen, vor allem, wenn ich verreise.

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