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So, wie ich schon letzte Woche verkündet habe, bin ich stolze Besitzerin eines Exemplars von „Understanding Asexuality“ von Anthony F. Bogaert.

Die Preise bei Amazon scheinen von Tag zu Tag zu schwanken, insofern lohnt sich vielleicht für nicht ganz so dringlich Interessierte das Abwarten oder eine Bestellung bei anderen Quellen.

Hinweis außerdem: das Buch ist für ein wissenschaftliches Publikum verfasst, ordentliche Englischkenntnisse sind vonnöten (bei Amazon den „Blick ins Buch“ verwenden). Und wer nach eindeutigen Aussagen jenseits von „Asexualität existiert“ sucht, ist wie grundsätzlich bei ernsthafter wissenschaftlicher Natur an der falschen Addresse.

In einer Einführung verteidigt Bogaert zunächst sein Thema, um dann mit den Fakten einzusteigen. Wie funktioniert Sex psychologisch, und wie ist die beste Arbeitsdefinition von Asexualität? Gibt es asexuelle Tiere, und wie lange gibt es schon asexelle Menschen? Wie viele Asexuelle gibt es vermutlich? Kann man asexuell sein und trotzdem masturbieren? Wie unterscheiden sich die zugehörigen Denkprozesse dabei von denen *Sexueller? Wie viel Irrsinn steckt in Sex, und ist Asexualität eine Diagnose wert? Wie und warum bilden sich Menschen eine sexuelle Identität?

Alles sehr interessante Aspekte, die Bogaert sehr elegant beantwortet, finde ich.

Ein bisschen enttäuscht war ich von den Kapiteln 11 und 12. In Kapitel 11 spekuliert er darüber, wie Kunst aussehen würde, wenn Sex nicht so wichtig wäre – die einzige wichtige Erkenntnis dabei (und vermutlich auch nur für Leute, die nicht asexuell sind): Sex ist überall, und beeinflusst sogar unser Essverhalten.

In Kapitel 12 erklärt er die verschiedenen Theorien, wie Humor funktioniert (sehr interesant), und spekuliert dann mit einem Beispiel-Sexwitz darüber, ob Asexuelle den witzig finden würden. Woraufhin ich sagen muss: interessanter als Spekulation wären ein paar Fakten gewesen.

Was nur beweist: wir brauchen mehr Daten!

Insofern: für mich hat sich die Geldausgabe gelohnt. Ich habe einiges dazugelernt, und bin zum Nachdenken gebracht worden.

Zu ein paar Themen aus dem Buch dürfen meine werten Leser denn auch noch völlig unwissenschaftliche Spekulationen (ohne Literaturzitate!) von mir erwarten.

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