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So. Der August war ziemlich mau, was meinen Blog angeht. Grund: ich korrigiere gerade in dem Slash-Fantasy-Manuskript rum, das ich schon ein paar Mal erwähnt habe. So was ist bei 670 Normseiten Rohfassung nicht ganz unaufwendig.

Da ich also derzeit voll auf Fantasy bin, dachte ich, ich lasse der Welt mal meine Meinung über Mercedes Lackeys „The Oathbound“ zukommen, beziehungsweise über den ersten Teil „Vows and Honor“, den ich nur gelesen habe, weil andere Asse ihn als Erleuchtung erwähnt haben.

Kurze Inhaltsangabe: Eine Kriegerin und eine Magierin – Schwertschwestern –  reisen durch die Gegend, geleitet von einem magischen Schwert, das darauf besteht, Frauen in Gefahr zu helfen.

Tarma, die Kriegerin, gehört zu einem Volk von Reiternomaden. Bei einem Überfall wurde ihr gesamter Stamm getötet, sie überlebte als einzige. In der Folge hat sie einen Eid geschworen, der sie zu einem Werkzeug ihrer Göttin macht. Spätere Heirat und Kinderkriegen ausgeschlossen.

Kethry ist aus einer schlechten Ehe geflohen, hat sich auf einer Magierschule ausbilden lassen und schleppt oben genanntes magisches Schwert rum.

Leider bekommen wir die Vorgeschichte nicht gezeigt, sondern treffen die beiden erst, nachdem sie den Eid geschworen haben, der sie zu Schwertschwestern macht.

Wie man schon an meinem Versuch einer Zusammenfassung sieht, ist es erklärlich, warum sich niemand die Mühe gemacht hat, das Buch auf Deutsch zu übersetzen: wir haben es hier mit relativ unzusammenhängenden Episoden zu tun. Insofern nicht jederpersons Sache.

Warum nun ist es für Asexuelle trotzdem interessant?

Erstens: das Wort „asexual“ kommt tatsächlich darin vor, wenn auch eher im Zusammenhang mit Tarmas Aussehen, und was Lackey vermutlich meint, ist entweder „burschikos“ oder „androgyn“. Das ist zu entschuldigen, denn das Buch ist 1988 erschienen.

Zweitens: mir sind noch nicht viele Fantasy-Welten begegnet, in denen Pärchen aus zwei Frauen oder zwei Männern so häufig erwähnt und mit so viel Gleichmut behandelt werden. Zumeist kommen gleichgeschlechtliche Paare ja eher nicht vor, als gäbe es so was in dieser Welt gar nicht. (Gegenbeispiele nehme ich gern, aber Gay Fantasy zählt nicht. :D)

Drittens: als Schwertschwestern sind Tarma und Kethry die jeweils wichtigste Person im Leben der anderen, und sie klingen so, als wollten sie zusammen alt werden. Ohne jeden romantischen Hintergedanken. Eine primäre Partnerschaft der Hauptfiguren, die nicht romantisch und nicht sexuell ist – das kommt in modernen Geschichten äußerst selten vor. (Ansonsten fallen mir ein: Sherlock Holmes und Dr .Watson, sowie die Agents J und K aus Men in Black.)

Insofern möchte ich hiermit eine bedingte Leseempfehlung aussprechen.

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