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Darüber verspricht „bleib gesund“ (3/2012) Auskunft. Für Uneingeweihte: es handelt sich hierbei um ein Magazin für alle Leute, die bei der AOK versichert sind. Das Heft kam mit einem küssenden Pärchen (also ein Mann und eine Frau) auf dem Titel und noch ein paar geschmackvoll Nackerten im Beitrag.

Dementsprechend handelte es sich bei den vier befragten Kerlen ausschließlich um solche, die bis jetzt nur mit Frauen zusammen waren, und sich zum Zeitpunkt des Interviews auch in festen Händen befanden.

Jedoch, Lesen förderte Erstaunliches zutage, vor allem vom ältesten Gesprächspartner, einem 52-Jährigen.

Frage: EM-Finale Deutschland-Spanien oder Sex (…)?

Antwort: Für mich ist die Entscheidung klar, weil ich überhaupt kein Fußball gucke. Und was den Sex stattdessen angeht: Vielleicht gibt’s ja noch eine andere Alternative…

(Von den drei anderen waren einer für Sex und zwei für den Fußball, je nach Stellenwert, den die EM jeweils einnimmt.)

Das fand ich eine mutige Antwort, woraufhin ich das Interview noch mal durchkämmt habe. Wahrscheinlich hat der Mann eine eher unterdurchschnittliche Libido und daraus folgend häufig Schwierigkeiten in seinen Beziehungen.

Wir sehen also: eine genauere Unterscheidung zwischen (sexueller) Anziehung und Libido könnte auch für die sexuelle Mehrheit nicht ganz unpraktisch sein, einfach, um solcherlei Schwierigkeiten konkret benamsen zu können. Denn sobald man einen Namen für etwas hat, kann man anders darüber reden, als wenn man wortreich umschreiben muss und am Ende vom Gesprächspartner ein „kleines Problem“ oder derlei Nettigkeiten verpasst bekommt.

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