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So. Das neue Jahr werde ich mit einer kurzen, und eher leicht verdaulichen Begebenheit einläuten, falls außer mir noch jemand einen leichten Kater und/oder Jetlag davongetragen hat:

Ich schlenderte an einem sonnigen Mittag Ende November (nein, das ist in 2011 kein Widerspruch) eine Straße entlang. Zwei Meter vor mir lief ein Mann in meinem Alter. Etwa eins achtzig, schlank, lange blonde Haare in einem Pferdeschwanz, kurzer Vollbart, nettes Gesicht. Wirklich sehr angenehm anzuschauen, also gab ich mich meiner ästhetischen Anziehung hin und unterzog ihn einer genauen Musterung.

Irgendwann blieb dann mein Blick an seiner olivgrünen Sweatjacke hängen, und den Rest der Zeit, bevor er an einer Ampel abbog, befasste ich mich damit, den Aufdruck auf selbiger Jacke zu entziffern.

Ich gehe davon aus, dass sexuell von ihm angezogene junge Frauen andere Dinge ausführlich angestarrt hätten.

Um vom Besonderen ins Allgemeine zu kommen: ich erwische mich häufiger dabei als früher, dass ich Leute studiere und innerlich Komplimente verteile. Männer und Frauen, was schon mal die eine oder andere Dame irritiert, den Blicken nach zu urteilen.

Irgendwie scheint allein das Wissen, dass es so etwas wie ästhetische Anziehung gibt, und dass sie isoliert auftreten kann, meinen Blick erweitert zu haben. Zudem habe ich mich ja nun innerlich aus dem Beziehungsmarkt entfernt, es heißt also nichts, wenn ich irgendwen anschaue – außer, dass ich jenen Menschen eben gern anschaue. Ich bin nicht verpflichtet, weiter zu denken als: schön zum Anschauen. Oder: schön zum Zuhören. Ich muss deswegen niemanden gleich anfassen wollen.

Das finde ich sehr angenehm.

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