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Darf ich meine Patentante vorstellen: Mitte Vierzig und Bis(s)-Fan. „Edward! Hach!“ und so weiter. Sie schmilzt quasi schon beim bloßen Gespräch über die Buchserie.

Ich habe von der Bis(s)-Serie den ersten Teil im Kino gesehen und aus Recherchegründen den ersten Teil in Buchform zur Hälfte gelesen. Ich wollte sehen, ob das Buch genauso grausig ist wie der Film. Ich musste feststellen: es ist auf andere Weise gruselig, aber nicht, weil Vampire drin vorkommen. (Details auf Anfrage.)

Wir kamen also anlässlichs eines Besuchs vor zwei Wochen auf das Thema, und ich musste mein Unverständnis kundtun.

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass ein echter Vampir eine Sonnenallergie größeren Ausmaßes besitzen und sich freiwillig von Menschenblut ernähren sollte (unfreiwillig ist was anderes). Edward Cullen glitzert in der Sonne und ist freiwillig „Vegetarier“, und außerdem scheint er außer seines aufbrausenden, herrischen Temperaments über wenig eigene Persönlichkeit zu verfügen.

Als Gegenbeispiele führte ich die zwei Lieblings-Vamperl von Buffy, der Vampirjägerin, an: Spike und Angel. Spike ist nur wegen eines implantierten Mikrochips nicht tödlich, hat einen britischen Akzent und ist witzig. Angel hat den besseren Hundeblick, und eine eher düster-pessimistische Grundstimmung. Angel ist emo, wie man das heute so abfällig nennt.

Ich führte weiterhin aus, dass es da unter Fans Streit gibt, welcher von beiden besser zu Buffy passt.

Jedenfalls fragte meine Patentante, nachdem ich meine Spike-Anhägerschaft offenlegte: „Ist der auch süß?“

In meinem Hirn ratterte es, dann bekam ich eine Fehlermeldung. Über diesen Aspekt hatte ich noch nie nachgedacht. Sicher sieht der Typ, der Angel spielt, besser aus, aber für mich war das kein Kriterium. Ich versuchte dann zu erklären, dass Spike cooler ist, und habe keine Ahnung, welche Rückschlüsse meine Patentante daraus gezogen hat.

Im Rückschluss war dies also ein waschechter Ace-Moment. Irgendwie freut mich das.

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