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So. Heute Nachmittag habe ich gute zwanzig Minuten mit einem Herrn von der Apotheken-Umschau (online) telefoniert. Mal sehen, was er daraus macht.

Genaueres dazu, inklusive Selbstkritik, sobald ich den Artikel verlinken kann.

Da ich also heute Anlass habe, mir selbst auf die Schulter zu klopfen, hier ein paar Gedankengänge zum Thema Stolz…

Darf ich stolz auf das A sein?

Eigentlich nicht. Auf meine Gene, meine Hirnverschaltungen kann ich genauso wenig stolz sein wie auf meine deutsche Staatsangehörigkeit. Beide sind qua Geburt zufällig vorhanden und nichts, wofür ich hätte arbeiten müssen.

Warum also halte ich mich gerader, seit ich mir ein Etikett aufgeklebt habe? Warum hat dieses Etikett mein Selbstvertrauen verbessert?

Weil ich der Angst ins Auge gesehen habe.

Alle Menschen haben Angst, nicht normal zu sein. Sofern sie sich selbst als „unnormal“ begreifen, haben sie Angst, als verrückt zu gelten oder tatsächlich behandlungsbedürftig zu sein. Echte und vermeintliche Erwartungen des Umfelds bauen einen Druck auf, sich angepasst zu verhalten, und wer diesem Anspruch nicht genügt, der hat Angst, nicht mehr geliebt zu werden.

Wie viele Leute erfüllen diese Erwartungen und verstecken ihr wahres Ich, um nicht verstoßen zu werden? Wie viele können sich nicht mal selbst eingestehen, dass sie nicht wie die Mehrheit empfinden? Wie viele machen eine Therapie, weil sie sich als irgendwie zerbrochen empfinden?

Ich bin kein ängstlicher Mensch, sonst wäre ich vielleicht einer von diesen. Trotzdem: auch nur vor sich selbst zuzugeben, dass man nicht zur Mehrheit gehört und diesem Anderssein einen Namen zu geben, ist gruselig. Man verbannt sich damit selbst aus der Herde.

Bis man sich von den Zwängen gelöst hat und selbstbewusst zu diesem Anderssein stehen kann, fühlt man sich einsam. Hadert mit Zufall oder Schicksal, die einem diese Bürde auferlegt haben. Zweifelt am Etikett, ob es nicht doch das Falsche ist.

Die Angst findet einen auch in der neuen Schublade.

Dennoch: Ich habe der Angst ins Auge gesehen. Sie hat zuerst geblinzelt.

Und darauf darf ich, verdammt noch mal, stolz sein.

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